2 Wochen mit dem FreeStyle Libre

Die ersten 2 Wochen sind um.
Und ich bin restlos begeistert von dem Gerät.

Doch der Reihe nach.
Als ich mich über Diabetes Typ 2 informierte, kam ich unweigerlich auch auf Berichte über den FreeStyle Libre auf diversen Blogs.
Allen voran auf dem Blog von Stefanie, die über Laufsport und Diabetes schreibt.
Der ersten Blogartikel über den FreeStyle Libre hat mich fasziniert: http://www.diabetes-leben.com/2014/11/zu-halloween-lehrt-das-freestyle-libre.html

Sowas ist ja was für mich. Eine technische „Spielerei“. Hat was, genau sowas suchte ich, weil mir das in den Finger stechen schon nach 6 Wochen auf den Zeiger ging.
Webseite des Anbieters besucht und festgestellt dass das Startet 169,- € kostet. Und das jetzt kurz vor Weihnachten. Der Bestellfinger zuckte, aber ich bestellte erstmal nicht.
Aber es ging mir auch nicht aus dem Kopf. Dann am 14. November tätigte ich doch die Bestellung. Einmal Startset und zusätzlich 1 Sensor. Macht 235,- € für die Gesundheit, oder Krankheit, je nach Sichtweise. Ich erhoffte mir einen Beitrag zur Gesundheit durch das FGM (flash glucose monitoring).

Am 20. November kam das Gerät dann per DPD. Ich muss sagen, ich freute mich selten mehr über ein technisches Gerät wie in diesem Fall.
In der Zwischenzeit hatte Stefanie einen zweiten Artikel über das FGM geschrieben. Dort findet ihr auch eine gute Zusammenfassung zu den Vor- und Nachteilen. Die brauche ich jetzt hier nicht wiederholen. Jedenfalls steigerte dieser Artikel meine Vorfreude noch einmal.

Und dann war er da. Ich packte ihn aus und wollte aber nicht sofort den Sensor anbringen. Da er ja genau nach 14 Tagen seinen Dienst einstellt, musste ich bis Abends warten, denn der Wechsel des Sensor sollte nicht in meine Arbeitszeit fallen.
Abends dann die Stelle am linken Oberarm rasiert. So haftet sicher das Pflaster mit dem der Sensor befestigt ist besser auf der Haut.
Und dann eine Stunde warten.
310 mg/dL war der erste angezeigte Wert.
IMG_2075 IMG_2028Ab jetzt konnte ich immer und überall ohne Probleme meinen Blutzucker (BZ) messen. Toll, welch eine Erleichterung gegenüber dem in den Finger stechen.
Und völlig diskret. Kein dumm angeschaut werden auf öffentlichen Toiletten wenn man sein Steckbesteck auspackt.
Und nicht zu verachten auch das gestiegene Gefühl der Sicherheit. Ich wusste nun immer über den aktuellen Stand des BZ bescheid.

Und ich sah auch das er immer weiter stieg. Von Tag zu Tag hatte ich höhere Werte. Nachts stieg er weiter an und über Tag ging er nicht mehr herunter.
300, 400 und bis über 500 mg/dL
Zum Arzt, nochmal zum Arzt und dann die Überweisung zum Diabetologen (steht alles in diesem Artikel).

Aufgrund der Aufzeichnungen des FreeStyle Libre war es für ihn auch sofort klar das es eben nicht Typ 2 sondern eben Typ 1 ist. Die Verlaufskurven des BZ waren typisch dafür.
An dem Morgen, nachdem ich meine Arbeit abgebrochen hatte und zum Diabetologen gefahren bin weil meine Werte schon wieder nahe 500 mg waren und er mir sagte das ich auf bestem Wege ins Koma in den nächsten 48 Stunden gewesen war wenn ich nicht sofort gekommen wäre, war für mich klar das es die am besten investierten Euro der letzten Jahre waren.
Ohne den FreeStyle Libre hätte womöglich ein längerer Krankenhausaufenthalt samt Krankenschein angestanden.

Bildschirmfoto 2014-12-04 um 22.51.04Auch die ersten Tage der ICT waren durch die Aufzeichnungen viel einfacher. Man konnte genau nachvollziehen wie der BZ reagierte nach den unterschiedlichen Insulineinheiten. Dadurch konnte auch mehrfach die ICT angepasst werden.
Und ich hatte immer ein sicheres Gefühl. Meinen ersten Hypo (Unterzucker) konnte ich gut bekämpfen und war früh genug gewarnt.

Jetzt sind die ersten 2 Wochen um. Der Sensor am Arm hat alles ohne Probleme mitgemacht. Duschen, Sport, toben mit dem Kleinen, alles kein Problem. Er hielt bombenfest. Nach ablösen des ersten Sensor konnte ich auch sehen das die Stelle an der er gesessen hat, dies klaglos mitgemacht hat.
IMG_2077Der neue Sensor wurde natürlich auch sofort überprüft mit einer Messung mit dem Blutzuckermessgerät. Das Ergebnis ist perfekt.

Jetzt gilt es nur noch, die Krankenkasse davon zu überzeugen das sie die Kosten für die Sensoren übernimmt.

IMG_2076Ein paar Punkte würde ich aber trotzdem gerne noch verbessert haben:
Zum einen ist es der Touchscreen. Dieser reagiert etwas träge und nicht punktgenau.
Dann wäre da noch die Software auf dem Computer. Diese sollte die Daten auch speichern in einer Datenbank. Im Moment kann man die Daten nur als PDF speichern. Dies ist etwas umständlich in der Langzeitdokumentation. Auch weil die Daten nur 90 Tage auf dem FreeStyle Libre gespeichert werden.
Und zugute Letzt wäre eine App zum auslesen der Daten mit einem NFC-fähigen Smartphone die Krönung 🙂 Diese App darf auch gerne was kosten als Ausgleich dafür, dass man das Lesegerät nicht kaufen bräuchte.

Disclaimer:
Wie man erlesen konnte, habe ich kein Testgerät seitens der Firma Abbott bekommen um darüber zu bloggen. Ich habe den FreeStyle Libre aus voller Überzeugung und viel Neugierde selbst gekauft um das Leben mit meiner Diabetes für mich einfacher und vor allem auch Sicherer zu machen.

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  1. FreeStyle Libre, ein Gadget aus dem Medizinbereich | Dirk Osada
  2. Mein erster Marathon | sugarrunner

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